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<title>Neolithisierung Europas</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Neolithisierung Europas</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>Neolithisierung Europas</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">νέος</span> <i><span lang="grc-Latn" style="font-style:italic">neos</span></i> „neu, jung“ und <span lang="grc-Grek" class="Grek">λίθος</span> <i><span lang="grc-Latn" style="font-style:italic">lithos</span></i> „Stein“) wird der <a href="Kulturwandel" class="mw-redirect" title="Kulturwandel">kulturelle Wandel</a> von <a href="Mittelsteinzeit" title="Mittelsteinzeit">mittelsteinzeitlichen</a> <a href="J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Jäger und Sammler">Wildbeutergesellschaften</a> zu <a href="Kultur#Kulturen" title="Kultur">Kulturen</a> <a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">jungsteinzeitlicher</a> <i>(neolithischer)</i> <a href="Landwirtschaft" title="Landwirtschaft">Nahrungsmittelproduzenten</a> innerhalb <a href="Europa" title="Europa">Europas</a> bezeichnet. Neben <a href="Pflanzenbau" title="Pflanzenbau">Pflanzenbau</a> und/oder <a href="Tierhaltung" title="Tierhaltung">Tierhaltung</a> sind damit (insbesondere beim <a href="Ackerbau" title="Ackerbau">Ackerbau</a>) längere Zeiträume einer <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">sesshaften Lebensweise</a> – die <a href="Soziale_Differenzierung" title="Soziale Differenzierung">zahlreiche Veränderungen der sozialen Bedingungen</a> (etwa <a href="Arbeitsteilung" title="Arbeitsteilung">Arbeitsteilung</a>, <a href="Soziale_Rolle" title="Soziale Rolle">Soziale Rollen</a>, <a href="Institution" title="Institution">Institutionsbildung</a>, <a href="Herrschaft" title="Herrschaft">Herrschaftsstrukturen</a> u.&nbsp;ä.) mit sich brachte –, die Entwicklung neuer Technologien (<a href="Werkzeug" title="Werkzeug">Werkzeuge</a>, <a href="Baustoff" title="Baustoff">Baustoffe</a>, <a href="Geb%C3%A4ude" title="Gebäude">Gebäude</a>, <a href="Keramik" title="Keramik">Keramik</a>, <a href="Vorratshaltung" title="Vorratshaltung">Vorratshaltung</a>, <a href="Konservierung" title="Konservierung">Konservierung</a> u.&nbsp;ä.) und die Entstehung neuer <a href="Idee" title="Idee">Ideen</a> und <a href="Weltanschauung" title="Weltanschauung">Weltanschauungen</a> (langfristige <a href="Planung" title="Planung">Planung</a>, veränderte <a href="Zeitrechnung" title="Zeitrechnung">Zeitrechnung</a>, <a href="Kult" title="Kult">Kult</a>, <a href="Religion" title="Religion">Religion</a> u.&nbsp;ä.) verbunden. In der Folge war meist ein deutlicher Anstieg des <a href="Bev%C3%B6lkerungsentwicklung" title="Bevölkerungsentwicklung">Bevölkerungswachstums</a> zu verzeichnen – aber später ebenso drastische Einbrüche und Hungersnöte.
</p><p>Nach derzeitigem Kenntnisstand kam es unabhängig voneinander in 15 bis 20 Regionen der Erde zwischen 9500 v.&nbsp;Chr. (<a href="Vorderasien" title="Vorderasien">Vorderasien</a> erstmals) und 2000 v.&nbsp;Chr. (<a href="Ohio" title="Ohio">Ohio</a>-Becken letztmals) zur Entstehung landwirtschaftlicher <a href="Subsistenz" title="Subsistenz">Subsistenzweisen</a>.
</p><p>Die neue Lebensweise wurde in Europa ab 7300 v.&nbsp;Chr. von <a href="Migrant" title="Migrant">Migranten</a> aus dem <a href="Fruchtbarer_Halbmond" title="Fruchtbarer Halbmond">fruchtbaren Halbmond</a> Vorderasiens importiert, wo sie sich erstmals auf der Erde innerhalb von rund 1500 Jahren als sogenannte „<a href="Neolithische_Revolution" title="Neolithische Revolution">Neolithische Revolution</a>“ etablierte. In annähernd 4000 Jahren breitete sie sich in Schüben und auf unterschiedliche Art und Weise über die gesamte <a href="K%C3%BChlgem%C3%A4%C3%9Figte_Klimazone" title="Kühlgemäßigte Klimazone">kühlgemäßigte Zone</a> Europas aus<sup id="cite_ref-AO_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (Ackerbau und Viehzucht in der <a href="%C3%96kumene_(Geographie)" title="Ökumene (Geographie)">Ökumene</a>, in der <a href="Sub%C3%B6kumene" title="Subökumene">Subökumene</a> <a href="Fernweidewirtschaft" title="Fernweidewirtschaft">Fernweidewirtschaft</a>).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursachen_der_Neolithischen_Revolution">Ursachen der Neolithischen Revolution</h2></div>
<p>Der Übergang zur Landwirtschaft fand an verschiedenen Stellen der Welt statt, ist jedoch erklärungsbedürftig: Der Arbeitsaufwand, der mit einer bäuerlichen Lebensweise verbunden ist, ist beträchtlich und deutlich größer als bei <a href="Wildbeuter" class="mw-redirect" title="Wildbeuter">Wildbeutern</a>. Sicherheitsgewinne durch Vorratshaltung müssen mit negativen Folgen aufgerechnet werden: <a href="Zoonose" title="Zoonose">Zoonosen</a> führten bspw. zu Seuchen, die den Wilbeutern noch unbekannt waren. Daher stellt sich die Frage, warum Menschen dennoch zur Landwirtschaft wechselten. Auch <a href="Indianer_Nordamerikas" title="Indianer Nordamerikas">indianische Kulturen Nordamerikas</a> sahen in der Lebensweise der einwandernden europäischen Bauern nach der Entdeckung Amerikas dementsprechend wenig Erstrebenswertes und übernahmen sie nicht freiwillig. Dennoch setzte sich die Landwirtschaft weltweit durch, vormalige Wildbeuter müssen sich irgendwann für sie entschieden haben oder an sie gebunden worden sein.
</p><p>Viele Autoren sehen die drastischen Klimaveränderungen am Ende der letzten <a href="Eiszeitalter" title="Eiszeitalter">Eiszeit</a> als Auslöser für den Beginn von Ackerbau und Viehzucht im Vorderen Orient (<a href="Fruchtbarer_Halbmond" title="Fruchtbarer Halbmond">Fruchtbarer Halbmond</a>). Demnach kam es dort während des milden <a href="Aller%C3%B6d-Interstadial" title="Alleröd-Interstadial">Alleröd-Interstadials</a> zu günstigen Umweltbedingungen: Regenfälle nahmen zu, die <a href="Gazellen" class="mw-redirect" title="Gazellen">Gazellenherden</a> vermehrten sich stark in den üppig gedeihenden <a href="Grasland" title="Grasland">Graslandschaften</a> und in der Folge auch die menschliche Bevölkerung. Aufgrund des permanent ausreichenden Nahrungsangebotes waren die <a href="J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Jäger und Sammler">Jäger und Sammler</a> nicht mehr gezwungen, regelmäßig ihren Wohnsitz zu wechseln, sodass einige Gruppen zur <a href="Sesshaftigkeit" title="Sesshaftigkeit">Sesshaftigkeit</a> wechselten. Das Vorkommen wilder und körnertragender Gräser bot die Möglichkeit, die Ernährung zu ergänzen, erste Reibsteine und Mörser sind nachgewiesen. Ob dann ein kälter werdendes Klima die sesshaft Gewordenen dazu bewegte, ihre Lebensweise vollends umzustellen oder die Entwicklung des Getreideanbaus alleine dazu reichte, ist unklar. Demographisch ließ sich der eingeschlagene Weg aber bereits nach kurzer Zeit nicht mehr umkehren. Zwar führte die Entdeckung der Landwirtschaft zu mehr Krankheiten, schlechterer Ernährung und höherer Kindersterblichkeit, aber insgesamt stieg die Bevölkerungszahl, da die kohlenhydratreiche Kost Frauen ermöglichte, schneller wieder schwanger zu werden. Während Wildbeuterfrauen wohl nur alle vier bis fünf Jahre schwanger wurden, konnten (und mussten) Bäuerinnen bereits kurz nach der Geburt wieder fruchtbar sein. Die Bevölkerungszunahme führte dann zur Ausbreitung der Landwirtschaft durch Auswanderung in andere Regionen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ob die Kindersterblichkeit bei den ersten Bauern tatsächlich höher war, ist unklar. Denn zwar waren die meisten Erwachsenen damals laktoseintolerant, konnten also keine unbearbeitete tierische Milch verdauen. Kleinkinder allerdings konnten es und das könnte dazu geführt haben, dass ihnen eine Diät, die Milch domestizierter Tiere beinhaltete, erhöhte Überlebenschancen einbrachte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Generell haben agrarische Gesellschaften einen großen Bedarf an Arbeitskräften, weswegen ein Interesse an einer hohen Kinderzahl besteht.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprung_und_Ausbreitung_nach_Europa">Ursprung und Ausbreitung nach Europa</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Wurzeln_der_Neolithisierung_und_Nebeneinander_von_Wildbeutern_und_Bauern">Wurzeln der Neolithisierung und Nebeneinander von Wildbeutern und Bauern</h3></div>
<p>Die Wurzeln der <i>Neolithisierung Europas</i> liegen im Fruchtbaren Halbmond und werden heute auf die Migration <a href="Kleinasien" title="Kleinasien">anatolischer</a> Bauern zurückgeführt, die ihre <a href="Domestizierung" title="Domestizierung">domestizierten</a> Nutztiere (<a href="Hausrind" title="Hausrind">Rind</a>, <a href="Hausschaf" title="Hausschaf">Schaf</a>, <a href="Hausziege" title="Hausziege">Ziege</a>, <a href="Hausschwein" title="Hausschwein">Schwein</a>) und -pflanzen (<a href="Einkorn" title="Einkorn">Einkorn</a>, <a href="Emmer_(Getreide)" title="Emmer (Getreide)">Emmer</a>, <a href="Gerste" title="Gerste">Gerste</a>) sowie das entsprechende Know-how mitbrachten.<sup id="cite_ref-ÖAW_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-ÖAW-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Über die Motive der Auswanderer kann nur spekuliert werden. Fest steht, dass es sich nicht – wie lange Zeit angenommen – um <a href="Bev%C3%B6lkerungsdichte" title="Bevölkerungsdichte">Bevölkerungsdruck</a> aufgrund der zunehmenden Besiedlungsdichte handelte.<sup id="cite_ref-Diezemann_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Diezemann-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ursachen können sehr vielseitig sein: „Ernährungsprobleme, Raub, Gier, religiöse Motive“ kämen in Frage<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Auch klimatische Gründe sind denkbar.<sup id="cite_ref-Diezemann_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-Diezemann-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="David_Graeber" title="David Graeber">Graeber</a> und <a href="David_Wengrow" title="David Wengrow">Wengrow</a> gehen davon aus, dass die arbeitsaufwändige Landwirtschaft in ihren Ursprungsformen nicht existentiell (d.&nbsp;h. hauptsächlich) betrieben wurde, sondern dass für lange Zeit und in vielen Gesellschaften „spielerische Landwirtschaft“ als eine Option neben anderen Subsistenzweisen verstanden wurde. Vielmehr sei das primär bäuerliche Dasein zu Anfang eine Überlebensstrategie für entlegene und unzugängliche Regionen gewesen, die für Jäger, Sammler und Fischer zu unattraktiv waren. Diese Jäger und Sammler hätten zuvor schon eine Art „Landschaftspflege“ betrieben, indem sie erwünschten fruchttragenden Pflanzen wie Nussbäumen günstige Bedingungen schufen. Ihre Aktivitäten trugen dazu bei, „weltweit etwa zwei Drittel der Großfauna zu vernichten“, ihre Jagd verschob sich dann auf kleinere Säugetiere wie Elche, Schweine, Rotwild etc. in begrenzten Habitaten.<sup id="cite_ref-Anfänge_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Anfänge-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die folgende Neolithisierung beruhte auf der Migration von „neolithischen Pionieren“ sowohl auf Land- wie auf Seerouten, die in vielfältige Austauschbeziehungen mit Jägern und Sammlern traten und dabei Innovationen wie die „vier Haustierarten, also Rind, Schaf, Ziege, Schwein“ und technologische Kenntnisse „etwa zur Herstellung von Steingeräten“ mitbrachten<sup id="cite_ref-ÖAW_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-ÖAW-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und die gut belegte Ausbreitung auf dem europäischen Kontinent beweist, dass sich die bäuerliche Nahrungsmittelproduktion trotz Aufwand und Risiken im Laufe von Generationen durchsetzte.
</p><p>Dies allerdings nicht kontinuierlich: Tatsächlich verschwand die Landwirtschaft zeitweise regional auch wieder, archäologischen Erkenntnissen zufolge unter Anzeichen eines demographischen Zusammenbruches der Kultur der <a href="Linearbandkeramische_Kultur" title="Linearbandkeramische Kultur">Bandkeramiker</a> und exzessiver Gewalt, die sich in regelrechten Massakern (z. B. <a href="Massaker_von_Kilianst%C3%A4dten" title="Massaker von Kilianstädten">Massaker von Kilianstädten</a>) ausdrückte. Der Zusammenbruch führte für etwa tausend Jahre zu einem Abbruch des „extensiven Getreideanbau(s)“ in Mittel- und Nordeuropa<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Zwei wichtige Umstände wurden früher vernachlässigt: Über Jahrhunderte diente die Landwirtschaft wie erwähnt lediglich als weiteres „Standbein“ für den Lebensunterhalt<sup id="cite_ref-Anfänge_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-Anfänge-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Bauern und Jäger lebten über längere Zeiträume nebeneinander<sup id="cite_ref-Diezemann_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-Diezemann-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die Lebensweise der Wildbeuter verschwand nicht plötzlich, sondern Bauern und Jäger und Sammler konnten selbst in großer räumlicher Nähe viele Jahrhunderte nebeneinander leben. In der <a href="Bl%C3%A4tterh%C3%B6hle" title="Blätterhöhle">Blätterhöhle</a> in Nordrhein-Westfalen wurden Skelette von Bauern und Wildbeutern in einer offenbar zeitlich gemeinsam genutzten Begräbnisstätte gefunden, wo sie 2.000 (!) Jahre nach Ankunft der Landwirtschaft beerdigt worden waren.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Motiv für den Aufbruch neolithischer Gruppen schließt auch <a href="Wolfram_Schier" title="Wolfram Schier">Wolfram Schier</a> Bevölkerungswachstum aus, klimatische Veränderungen hingegen könnten eine Rolle gespielt haben. Als wichtigen Faktor vermutet er menschliche Neugier: Migriert seien Gruppen mit Vorkenntnissen über die Gegenden, in die sie einwanderten, sodass es einen „Informationsfluss in beide Richtungen“ gegeben haben müsse. Möglicherweise seien junge Männer vorausgegangen und ihre Schilderungen hätten dann andere Migranten nachgezogen.<sup id="cite_ref-Diezemann_6-3" class="reference"><a href="#cite_note-Diezemann-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Routen_der_Neolithisierung">Routen der Neolithisierung</h3></div>
<p>Die Ausbreitung innerhalb Europas erfolgte nach derzeitigem Wissensstand in raschen Schüben, die von jahrhundertelangen Pausen unterbrochen wurden. Die erste Welle von Anatolien über die <a href="Balkanroute" title="Balkanroute">Balkanroute</a> bis etwa zum <a href="Plattensee" class="mw-redirect" title="Plattensee">Plattensee</a> verlief sehr schnell.<sup id="cite_ref-Diezemann_6-4" class="reference"><a href="#cite_note-Diezemann-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Danach kam es zu einer deutlichen Verlangsamung zwischen 6100 v.&nbsp;Chr. und 4500 v.&nbsp;Chr. In diesem Zeitraum wurde um 5700 v.&nbsp;Chr. die Mitte Deutschlands erreicht und 4500 v.&nbsp;Chr. die Ostseeküste. Naturgemäß verlangsamte sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit nach Norden aufgrund der kürzeren <a href="Wachstumsperiode" class="mw-redirect" title="Wachstumsperiode">Wachstumsperioden</a>. Dies spiegelt sich auch in einer nach Norden zunehmenden genetischen Vermischung von Alt-Europäern und Migranten wider, die für eine größere Bedeutung von Jagd und Sammelwirtschaft bzw. eine verstärkte Zusammenarbeit spricht.<sup id="cite_ref-AO_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch in Frankreich mischten sich Jäger und Sammler einer genetischen Studie zufolge verhältnismäßig deutlich mit ankommenden neolithischen Bauern und bildeten eine gemeinsame <a href="Population_(Anthropologie)" title="Population (Anthropologie)">Population</a>, während sie das in Mitteleuropa östlich des Rheins nicht taten. Dies deutet auf unterschiedliche Routen und Zeiten von Einwanderungen hin.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Folgende Hauptrouten der Migration nach Europa wurden lokalisiert:
</p>
<ul><li>Bereits ab etwa 8300 v.&nbsp;Chr. aus der <a href="Levante" title="Levante">Levante</a> nach <a href="Zypern" title="Zypern">Zypern</a></li>
<li>Ab 7300 v.&nbsp;Chr. über <a href="Anatolien" class="mw-redirect" title="Anatolien">Anatolien</a> nach <a href="Griechenland" title="Griechenland">Griechenland</a> und <a href="Bulgarien" title="Bulgarien">Bulgarien</a>, um von dort über den gesamten <a href="Balkanhalbinsel" title="Balkanhalbinsel">Balkan</a> die Donau hinauf nach <a href="Deutschland" title="Deutschland">Deutschland</a> und weiter bis nach <a href="Skandinavien" title="Skandinavien">Skandinavien</a> (4300–4000 v.&nbsp;Chr.)<sup id="cite_ref-AO_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Die Balkanroute verzweigte sich zuerst um 6350 v.&nbsp;Chr. in <a href="Serbien" title="Serbien">Serbien</a> Richtung Nordosten über die <a href="Ukraine" title="Ukraine">Ukraine</a> (6300–6000v.&nbsp;Chr.) bis zum Finnischen Meerbusen (3400 v.&nbsp;Chr.)<sup id="cite_ref-AO_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Ein weiterer Abzweig entstand von der Mitte Deutschlands 5700 v.&nbsp;Chr. in Richtung Westen und dann auf die <a href="Britische_Inseln" title="Britische Inseln">Britischen Inseln</a> (4600–4300 v.&nbsp;Chr.)<sup id="cite_ref-AO_1-4" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Ebenfalls über Griechenland (7100 v.&nbsp;Chr.) führte die Mittelmeerroute über <a href="Italien" title="Italien">Italien</a> und <a href="S%C3%BCdfrankreich" title="Südfrankreich">Südfrankreich</a> (6500–6200 v.&nbsp;Chr.) bis auf die <a href="Iberische_Halbinsel" title="Iberische Halbinsel">Iberische Halbinsel</a> (6000–5800 v.&nbsp;Chr.)<sup id="cite_ref-AO_1-5" class="reference"><a href="#cite_note-AO-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Die Ausbreitung aus der Levante erfolgte zudem über den <a href="Sinai-Halbinsel" title="Sinai-Halbinsel">Sinai</a> nach <a href="%C3%84gypten" title="Ägypten">Ägypten</a> und <a href="Nordafrika" title="Nordafrika">Nordafrika</a></li>
<li>Weitere Routen führten nach <a href="S%C3%BCdarabien" title="Südarabien">Südarabien</a>, in den <a href="Iran" title="Iran">Iran</a>, nach <a href="Afghanistan" title="Afghanistan">Afghanistan</a> und von dort weiter nach Osten.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Merkmale_der_Neolithisierung_und_neuere_genetische_Erkenntnisse">Merkmale der Neolithisierung und neuere genetische Erkenntnisse</h2></div>

<p>Kennzeichen des Neolithikums ist eine verstärkte Sesshaftwerdung, die Vorratshaltung mit dem Gebrauch von <a href="Keramik" title="Keramik">Keramik</a> sowie die Bildung dauerhafter politischer Organisationen (die vorher nur saisonal existierten), die Errichtung oder Weiterführung erster steinerner Bauwerke (<a href="Megalith" title="Megalith">Megalith</a>-Anlagen: <a href="Gro%C3%9Fsteingrab" title="Großsteingrab">Großsteingräber</a> und Ritualanlagen wie das anfangs mesolithische <a href="G%C3%B6bekli_Tepe" title="Göbekli Tepe">Göbekli Tepe</a> oder <a href="Stonehenge" title="Stonehenge">Stonehenge</a> sowie erster <a href="Gro%C3%9Fsiedlung" class="mw-redirect" title="Großsiedlung">Großsiedlungen</a> wie <a href="%C3%87atalh%C3%B6y%C3%BCk" title="Çatalhöyük">Çatalhöyük</a>), der Anbau geeigneter Pflanzen und die <a href="Tierhaltung" title="Tierhaltung">Nutztierhaltung</a>. Auch die seit Jahrhunderttausenden beherrschte Technik der Herstellung von <a href="Steinger%C3%A4t" title="Steingerät">Steinwerkzeugen</a> erreichte während des Neolithikums einen neuen Höhepunkt. Alle genannten Merkmale müssen <i>nicht</i> gleichzeitig entstanden sein, bedingten sich jedoch im Zeitverlauf gegenseitig.
</p><p>Im Wesentlichen wurde Europa auf zwei Routen neolithisiert: die Donau aufwärts und über das westliche Mittelmeer. Für Mitteleuropa gilt schon lange die Kolonisation durch einwandernde <i><a href="Bandkeramische_Kultur" class="mw-redirect" title="Bandkeramische Kultur">Bandkeramiker</a></i> als gesichert. Bandkeramik ist von der Ukraine bis ins Pariser Becken verbreitet, vor allem fruchtbare <a href="L%C3%B6ss" title="Löss">Lössböden</a> wurden von dieser Agrarkultur besiedelt. In einem ersten Schritt breitet sie sich etwa 5600 bis 5400 v.&nbsp;Chr. von Westungarn bis ins Rhein-Main-Gebiet aus, in einem zweiten bis ins Pariser Becken, aber auch weit nach Osten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Linearbandkeramische_Kultur">Linearbandkeramische Kultur</h3></div>
<p>Die <b>Linearbandkeramische Kultur</b>, auch <b>Linienbandkeramische Kultur</b> oder <b>Bandkeramische Kultur</b> ist die älteste <a href="Landwirtschaft" title="Landwirtschaft">bäuerliche</a> mitteleuropäische <a href="Kultur_(Arch%C3%A4ologie)" title="Kultur (Archäologie)">Kultur</a> der <a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">Jungsteinzeit</a> mit permanenten Siedlungen und fällt in das <a href="Fr%C3%BChneolithikum" title="Frühneolithikum">Frühneolithikum</a>. Eine Forschungsgruppe um Barbara Bramanti an der <a href="Johannes_Gutenberg-Universit%C3%A4t_Mainz" title="Johannes Gutenberg-Universität Mainz">Johannes Gutenberg-Universität</a> untersuchte <a href="ADNA" title="ADNA">alte DNA</a> aus bandkeramischen Skeletten. Die Befunde legen nah, dass die Träger der Bandkeramik vor ungefähr 7500 Jahren aus dem <a href="Pannonische_Tiefebene" title="Pannonische Tiefebene">Karpatenbecken</a> nach Mitteleuropa einwanderten.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere Forschung wies eine genetische Verwandtschaft der Bandkeramiker zu nahöstlichen Populationen nach und nutzte die Analyse genetischer Veränderung um eine wahrscheinliche Route von Anatolien über den Balkan nach Zentraleuropa zu identifizieren.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Das Gesamtverbreitungsgebiet der Linearbandkeramik reicht vom Pariser Becken, den Niederlanden und Belgien im Westen bis nach Rumänien und die Ukraine im Osten“.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Bandkeramiker betrieben sowohl Feldbau als auch Viehwirtschaft. Haustiere waren Rinder, Hunde, Schafe, Ziegen und Schweine, nicht aber das Pferd. Sie drangen in eine urtümliche Waldlandschaft vor, in die sie auf Schwarzerde-Böden Rodungsinseln schlugen und dort Äcker anlegten.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie wohnten in <a href="Langhaus_(Wohngeb%C3%A4ude)#Jungsteinzeitliches_Langhaus" title="Langhaus (Wohngebäude)">Langhäusern</a>, denen auch eine Nutzung als Scheunen zugeschrieben wird, obgleich auch eine Getreidelagerung in Gruben nachgewiesen wurde. Wahrscheinlicher als eine Nutzung als Stall ist eine ganzjährige Freilandhaltung der Tiere. Wie viele Menschen einem Haus wohnten, ist unklar, und verbunden mit der Frage, ob sie im gesamten Gebäude oder – wie angenommen wird – im Mittelteil wohnten. Orientiert man sich hingegen an Langhäusern bekannter und dokumentierter Kulturen, etwa an denen nordamerikanischer <a href="Irokesen" title="Irokesen">Irokesen</a>, können auch Bewohnerzahlen von mehr als 100 Personen pro Haus möglich gewesen sein. In diesem Fall hätten vermutlich ganze Sippen dort gemeinsam gewohnt.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Während Autoren wie <a href="Jens_L%C3%BCning" title="Jens Lüning">Jens Lüning</a> bis vor kurzem noch davon ausgingen, dass die Bandkeramiker in großem Umfang sich mit mesolithischen Wildbeutern mischten und ihre bäuerliche Kultur „missionarisch“ verbreiteten<sup id="cite_ref-:0_21-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, wird dies mittlerweile nach genetischen Analysen anders bewertet. Lüning geht in Umkehrung seiner früheren Position zwar weiterhin davon aus, dass von Wildbeuter-Kulturen Techniken wie die Herstellung bestimmter <a href="Feuerstein" title="Feuerstein">Feuerstein</a>-Werkzeuge übernommen wurden und die Bandkeramiker durchaus „weltoffen“ Ideen und Güter über weite Räume austauschten. Sollten die Ergebnisse paläogenetischer Untersuchungen – an denen er nicht beteiligt war – aber korrekt sein, war das offenbar „nach dem genetischen Befund mit einem strengen «Apartheidsdenken» gegenüber den «eigenen» Jägern und Sammlern in ihrer Umgebung“ verbunden.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gewaltgeschehen_–_kriegerische_Gewalt_und_Opferungen"><span id="Gewaltgeschehen_.E2.80.93_kriegerische_Gewalt_und_Opferungen"></span>Gewaltgeschehen – kriegerische Gewalt und Opferungen</h3></div>
<p>Mit der landwirtschaftlichen Erschließung geeigneter Flächen wuchs die Bevölkerung und es traten Verteilungskämpfe auf, kriegerische Auseinandersetzungen wurden üblich. Die neolithischen Bauern <a href="Liste_der_Erd-_und_Palisadenwerke_der_Bandkeramischen_Kultur" title="Liste der Erd- und Palisadenwerke der Bandkeramischen Kultur">gingen dazu über, umschlossene Wallanlagen zu bauen.</a> Archäologisch lassen sich Tötungen ganzer Gruppen oder Familien nachweisen (<a href="Massaker_von_Talheim" title="Massaker von Talheim">Massaker von Talheim</a>). Dabei kämpften Bauern gegen Bauern. Jäger und Sammler bestanden vermutlich aus zu kleinen Gruppen und waren territorial zu ungebunden, um sich auf verlustreiche Kämpfe einzulassen. Es ist allerdings denkbar, dass die Bauern sich gegen sie als Räuber absicherten.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Funde zeigen einen Fortschritt in der Waffentechnik: Kämpfte man am Anfang des europäischen Neolithikums noch mit Alltagswerkzeugen wie Beilen und <a href="Dechsel" title="Dechsel">Dechseln</a>, die man als Behelfswaffen verwendete, hatten Kämpfer des Spätneolithikums „aufwendig gearbeitete Streitäxte, Dolche, sowie den Reflexbogen mit den verschiedensten Pfeiltypen.“<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Gewaltgeschehen wirft allerdings auch ungelöste Fragen auf. In der bandkeramischen <a href="Grabenanlage_von_Herxheim" title="Grabenanlage von Herxheim">Grabenanlage von Herxheim</a> wurden die Überreste Hunderter Menschen entdeckt. Zunächst nahm man an, es handle sich um Opfer von Kämpfen, doch diese Deutung wurde später verworfen. Untersuchungen zeigten, dass die Leichen – darunter zahlreich junge Erwachsene – sorgfältig behandelt worden waren, ihr Fleisch war ihren Knochen abgezogen, die Knochen anschließend zerschlagen und teilweise geordnet worden. Durch Schnitte von Fleisch befreite und durch Schläge in Form gebrachte <a href="Sch%C3%A4delkalotte" title="Schädelkalotte">Kalotten</a> waren in Nestern beerdigt worden. Kostbare Keramik, die aus verschiedenen Gegenden stammte, war gleichfalls zerschlagen worden. Einzelne Keramikfunde ließen sich stilistisch dem 400 km entfernten Böhmen zuordnen. Die anfängliche Vermutung einer erneuten Bestattung ausgegrabener Leichen wird eher abgelehnt; Kannibalismus hingegen wird diskutiert, ist aber unbewiesen. Strontium-Analysen der Backenzähne ergaben, dass die Toten nicht aus der Umgebung stammten, sondern aus entfernteren Mittelgebirgslandschaften. Sie müssen als Lebende nach Herxheim geschafft worden sein. Es handelte sich bei ihnen, wie Genanalysen ergaben, aber nicht um Wildbeuter, sondern ebenfalls um Bandkeramiker. Das wirft weitere Fragen auf, zumal bisher davon ausgegangen wurde, dass Bandkeramiker nicht in Mittelgebirgen, sondern in Ebenen mit fruchtbaren Lößböden siedelten. Die Beerdigungen fanden über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren statt.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Andrea_Zeeb-Lanz" title="Andrea Zeeb-Lanz">Andrea Zeeb-Lanz</a> vermutet, dass in Herxheim umfangreiche Rituale stattfanden, bei denen Menschen getötet, bearbeitet und begraben wurden – vermutlich begleitet von Festmahlen. Sie zweifelt an der These, dass die Bandkeramiker durch Kriege zugrunde gingen. Stattdessen hält sie ein religiöses Geschehen für wahrscheinlich, das Ausdruck einer tiefgreifenden Krise in der Kultur der Bandkeramiker war und auf die mit Ritualen, einschließlich ritueller Tötungen, reagiert wurde. Die Tötungen in Herxheim, bei denen Opfer aus verschiedenen Gegenden dorthin gebracht wurden, weisen auf eine gemeinsame Vorstellungswelt regional getrennter Gruppen hin. Diese folgten offenbar überregional abgestimmten religiösen Regeln.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelneolithische_Kulturen">Mittelneolithische Kulturen</h3></div>
<p>Ob Kriege die Ursache waren oder nicht, ca. 5.000 v.&nbsp;Chr. brachen die bandkeramischen Siedlungen – mit deutlichen Hinweisen auf Gewalttaten – zusammen. Die vom Südwesten Deutschlands ausgehende <a href="Hinkelstein-Gruppe" title="Hinkelstein-Gruppe">Hinkelstein-Gruppe</a> führte die Landwirtschaft fort, begrub ihre Toten allerdings mit reichhaltigeren Grabbeigaben und in Einzelgräbern, die auf eine stärker elitär geprägte Kultur hinweisen.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit der eng verwandten <a href="Gro%C3%9Fgartacher_Kultur" title="Großgartacher Kultur">Großgartacher Gruppe</a> und den <a href="Stichbandkeramik" title="Stichbandkeramik">Stichbandkeramikern</a> zählt sie zu den mittelneolithischen Kulturen.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Michelsberger_Kultur_und_Trichterbecherkultur">Michelsberger Kultur und Trichterbecherkultur</h3></div>
<p>Mit der <a href="Michelsberger_Kultur" title="Michelsberger Kultur">Michelsberger Kultur</a> tauchen große Befestigungsanlagen auf Hügeln auf, wie etwa auf dem <a href="Siedlungsgeschichte_Kapellenberg_(Taunus)" title="Siedlungsgeschichte Kapellenberg (Taunus)">Kapellenberg im Taunus</a>. Siedlungen sind weniger stabil und werden häufiger verlegt. Der Ackerbau wurde in kleinerem Umfang betrieben, bei geringerer Siedlungs- und Bevölkerungsdichte fand eine Verschiebung zu einer „<a href="Agropastoralismus" title="Agropastoralismus">agropastorale(n)</a> Wirtschaftsweise mit Rinderherden“ statt. Die Michelsberger Kultur bringt jedoch die Landwirtschaft in den Norden Deutschlands, „Pioniersiedlungen im Münsterland, im Nordharzvorland und vielleicht gar an der Kieler Förde“ werden gegründet.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Generell lässt sich eine Verlangsamung der Ausbreitung der Landwirtschaft Richtung Norden feststellen. Dafür waren vermutlich klimatische Gründe verantwortlich, die Zahl der für steinzeitliche Landwirtschaft tauglichen Tage mit ausreichend Sonnenlicht nahm nordwärts kontinuierlich ab. Dies könnte dazu geführt haben, dass die ankommenden Bauern dort stärker mit Wildbeutern kooperierten und in Austauschbeziehungen traten, um Versorgungsmängel auffangen zu können. Dies wiederum führte zu einer zunehmenden genetischen Vermischung beider Gruppen.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Raum von Nordsee, Ostsee und Südskandinavien lebten Bauern neben Jägern und Sammlern; die für Landwirtschaft klimatisch schwierigen, aber für Wildbeuter und Fischer günstigen Küsten- und Waldgebiete verhinderten ihre Verdrängung. Das ermöglichte die Herausbildung der <a href="Trichterbecherkultur" title="Trichterbecherkultur">Trichterbecherkultur</a>, deren Angehörige in relativ hohem Maße Nachfahren der lokalen Wildbeuter waren. Ihre DNA ist bis heute in Nordeuropa verhältnismäßig stark vertreten. Sie übernahmen Kenntnisse der Bauern, mit denen sie sich vermischten, und entwickelten eigene Techniken, wie die Verwendung des Rades und von Ochsen als Zugtiere für Pflüge. Dies erst ermöglichte die Urbarmachung weiterer und vorher als ungeeignet angesehener Gebiete für die Landwirtschaft durch <a href="Rodung" title="Rodung">Rodung</a>, denn nun konnten Wurzeln gefällter Bäume aus dem Boden gezogen und große Äcker bestellt werden.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entstehung_bäuerlicher_Gesellschaften_durch_Einwanderung_oder_durch_Lernprozesse_und_Integration_von_Wildbeutern?"><span id="Entstehung_b.C3.A4uerlicher_Gesellschaften_durch_Einwanderung_oder_durch_Lernprozesse_und_Integration_von_Wildbeutern.3F"></span>Entstehung bäuerlicher Gesellschaften durch Einwanderung oder durch Lernprozesse und Integration von Wildbeutern?</h3></div>
<p>Ob sich die ausbreitenden, auf <a href="Arbeit_(Philosophie)#Agrargesellschaft" title="Arbeit (Philosophie)">landwirtschaftlicher Arbeit</a> beruhenden <a href="Fr%C3%BChe_europ%C3%A4ische_Bauern" title="Frühe europäische Bauern">Kulturen früher europäischer Bauern</a> nach und nach aus denen <a href="Westeurop%C3%A4ische_J%C3%A4ger_und_Sammler" title="Westeuropäische Jäger und Sammler">einheimischer Jäger und Sammler</a> entwickelten (sog. <a href="Akkulturation" title="Akkulturation">Akkulturation</a>) oder nur oder hauptsächlich durch einwandernde Kolonisten entstanden, ist archäologisch nur schwer auszumachen und fand stark das Interesse der Prähistoriker.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das schnelle Vordringen der Bandkeramiker schien nur dadurch zu erklären zu sein, dass sie Wildbeuter von den Vorzügen ihrer neuartigen Lebensweise zu überzeugen vermochten und sie in ihre Kultur aufnahmen, <a href="Jens_L%C3%BCning" title="Jens Lüning">Jens Lüning</a> ging beispielsweise davon aus, dass die Bandkeramiker „mit geradezu missionarischem Eifer“ vorgegangen sein müssten und „ganze mesolithische Stämme“ überzeugen konnten, sich ihnen anzuschließen. Nur „Belehrung und Schulung“ durch in Wildbeuterpopulationen eingebettete Bauern könnten das Ausbreiten der Kenntnisse voraussetzenden Landwirtschaft zufriedenstellend erklären.<sup id="cite_ref-:0_21-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Marek_Zvelebil" title="Marek Zvelebil">Marek Zvelebil</a> etwa entwickelte sieben unterschiedliche Modelle, die von einer klaren Verdrängung einheimischer Jäger und Sammler durch Zuwanderer bis hin zur kulturellen Anpassung der ursprünglichen Bevölkerung reichen, um die zwischen Einwanderung und Akkulturation liegenden Möglichkeiten zu umschreiben.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Frage fand auch das Interesse der aufkommenden <a href="Pal%C3%A4ogenetik" title="Paläogenetik">Paläogenetik</a>, die Methoden entwickelte und verwendet, die Verwandtschaftsverhältnisse vorgefundener fossiler Skelettfunde aufschlüsseln können.
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Neuere_genetische_Erkenntnisse_–_Einwanderung_statt_Integration"><span id="Neuere_genetische_Erkenntnisse_.E2.80.93_Einwanderung_statt_Integration"></span>Neuere genetische Erkenntnisse – Einwanderung statt Integration</h3></div>
<p>Untersuchungen an genetischem Material neolithischer Herkunft durch Martin Richards ergaben 2003, dass nach Richards ein reines Diffusionsmodell ausgeschlossen werden konnte, ebenso wie das Modell eines vollständigen Bevölkerungsaustausches durch Einwanderer oder die Vorstellung einer eigenständigen Entwicklung aus lokalen Populationen. Unwahrscheinlich erschien ihm auch ein Modell, das auf der kulturellen Dominanz einer neuen Herrschaftselite beruht hätte. Die genetischen Marker ließen ihn allerdings vermuten, dass gezielte Migration kleinerer Gruppen in für Ackerbau besonders günstige Gegenden in Südost- und Zentraleuropa mit folgender Akkulturation seine Ergebnisse erklären könnten. Gemischte Modelle, die auf einer Verbindung von Migration und der Diffusion von Kenntnissen hin zu Angehörigen von älteren Populationen von Jägern und Sammlern beruhen, blieben für ihn als mögliche Erklärung übrig.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Barbara Bramanti entdeckte 2009 nach Untersuchungen mitochondrialer DNA von Skeletten von neolithischen Bauern und von Jägern und Sammlern jedoch keine Hinweise darauf, dass beide Gruppen eng miteinander oder mit modernen Europäern verwandt waren. Vielmehr seien die Unterschiede beträchtlich, 82&nbsp;% der Jäger und Sammler hätten DNA-Typen besessen, die im heutigen Europa kaum vorkämen. Die neolithischen Bauern seien die Nachfahren von Einwanderern gewesen, nicht von Wildbeutern<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Diese Erkenntnis wurde aus den Reihen der archäologisch arbeitenden Prähistoriker als „geradezu historisches Ergebnis“ bewertet<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Tatsächlich haben die Linearbandkeramiker wohl nur gering zum Erbgut heutiger Mitteleuropäer beigetragen (→<a href="Populationsgenetik_und_Anthropologie_der_Linearbandkeramischen_Kultur" title="Populationsgenetik und Anthropologie der Linearbandkeramischen Kultur">Populationsgenetik und Anthropologie der Linearbandkeramischen Kultur</a>). Ein unerwartetes Ergebnis von Bramantis Untersuchung war nämlich, dass heutige Europäer nicht nur Nachfahren von neolithischen Einwanderern oder auch von den ursprünglichen Wildbeuter-Populationen sind, sondern auch von einer dritten, bis dato unbekannten Gruppe abstammen müssen.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Einwanderung_von_Steppennomaden_und_die_daraus_folgende_Kultur_der_Schnurkeramiker">Die Einwanderung von Steppennomaden und die daraus folgende Kultur der Schnurkeramiker</h3></div>
<p>Für diese Gruppe kamen Angehörige einer <a href="Kurgankultur" title="Kurgankultur">Steppenkultur</a> infrage, die bereits vor Jahrzehnten von <a href="Marija_Gimbutas" title="Marija Gimbutas">Marija Gimbutas</a> als Ursprung einer Einwanderung nach Europa vorgeschlagen worden war, ohne sie oder ihr Ausmaß allerdings beweisen zu können.
</p><p><a href="Johannes_Krause" title="Johannes Krause">Johannes Krause</a> geht nach einer im Jahre 2015 erfolgten Auswertung von 69 Skeletten, die in der Region von mittlerer Elbe und Saale gefunden worden waren, davon aus, dass tatsächlich Angehörige einer <a href="Hirtenvolk" title="Hirtenvolk">Hirtenpopulation</a> – die sogenannte <a href="Jamnaja-Kultur" title="Jamnaja-Kultur">Jamnaja-Kultur</a> – aus dem Süden Russlands mit Rinderherden und Pferden in jene Gebiete Europas vordrang, die zuvor von den neolithischen Bauern besiedelt worden waren<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Er vermutet, dass diese Gebiete bei ihrem Eintreffen weitgehend menschenleer gewesen sein müssen, denn Skelettfunde seien erstaunlicherweise rar und wiesen nicht auf umfangreiche Auseinandersetzungen hin, wie eine überwiegend kriegerische Landnahme sie hätte erwarten lassen<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Krause nimmt an, dass eine frühe, <a href="Geschichte_der_Pest#Vorgeschichtliche_Pest" title="Geschichte der Pest">steinzeitliche Form der Pest</a> zum Massensterben der neolithischen Bauern geführt hat, in diese Lücke stießen dann Angehörige der Steppennomaden vor. Die Pest – oder auch eine andere, unbekannte Krankheit – könnte den Einwanderern durch Händler vorausgegangen sein, oder mit der Einwanderungswelle selbst gekommen sein, genetische Spuren des Pesterregers hätten sich in Skeletten in der Herkunftsregion der Steppennomaden gefunden. Für die Neolithiker Europas könnte der Erreger der Pest völlig neu und ungewohnt gewesen sein, eine Übertragung von Mensch zu Mensch könnte die schnelle Entvölkerung zuvor bewohnter Siedlungen erklären. Auch andere Ursachen wie klimatische Veränderungen oder Missernten und folgende kriegerische Auseinandersetzungen können ihm zufolge für den Zusammenbruch neolithischer Gesellschaften der Jungsteinzeit verantwortlich sein, eine klare Ursache ist nicht beweisbar. Er hält das Szenario eines krankheitsbedingten Massensterbens dennoch für plausibel, der Mangel an Grabfunden aus der Zeit könnte damit zusammen hängen, dass Opfer nicht mehr begraben werden konnten und an der Erdoberfläche verrotteten<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Auffallend ist, dass offenbar nur wenige Frauen mit den Steppennomaden kamen, genetisch nachweisbar sei, dass einwandernde Männer sich stattdessen mit bereits ansässigen Frauen aus den vorherigen Populationen vermischt hätten<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die genetische Auswertung von Funden macht deutlich, dass die Migration der anatolischen Neolithiker, die zu den ersten Bauern Europas wurden, sich hierin von der späteren Migration stark unterschied. Während die einwandernden Bauern aus ganzen Familien bestanden, es also kein Gefälle in der Verteilung von Frauen und Männern gegeben hatte, galt dies nicht für die Einwanderer aus der Steppe. Bei ihnen wurde ein drastisches Übergewicht von Männern festgestellt (fünf bis vierzehn Männer auf eine Frau).<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kristian Kristiansen hält hauptsächlich aus jungen Männern bestehende Kriegerbanden für die Träger der Einwanderung, die sich dann per Frauenraub <a href="Exogamie" title="Exogamie">exogam</a> fortgepflanzt hätten und Dörfer gründeten<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Kulturell wandelten sich die <a href="Nomade" class="mw-redirect" title="Nomade">Nomaden</a> und übernahmen die vorwiegend sesshafte landwirtschaftliche Lebensweise ihrer Vorgänger, deren Männer sie genetisch überwiegend verdrängt hatten. Allerdings hielten sie in weitaus größerem Umfang Rinder: Milchwirtschaft wurde ein wichtiger Bestandteil der Nahrungsproduktion<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Die Kultur der <a href="Schnurkeramische_Kultur" title="Schnurkeramische Kultur">Schnurkeramiker</a> geht auf die einwandernden Nomaden zurück, die sich an eine neue Umgebung und Lebensweise anpassten. Die in ihren Gräbern gefundenen <a href="Streitaxt#Ur-_und_Frühgeschichte" title="Streitaxt">Streitäxte</a> deuten darauf hin, dass sie kriegerisch auftraten.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Knochenanalysen ergaben für ihre Frauen in der ersten Generation, dass sie in ihrer Kindheit eine andere Ernährung als ihre Männer genossen hatten, also vermutlich aus neolithischen Dörfern stammten. Für die Gesamtkultur der Schnurkeramiker ließ sich feststellen, dass ihre Ernährung stärker auf tierischem Protein und Milch beruhte, als dies bei den ersten neolithischen Bauern der Fall gewesen war, die Schnurkeramiker gestalteten – wo möglich – die Landschaft zugunsten ihrer Herden um. Anscheinend nutzten sie dafür Feuer, um Wälder niederzubrennen. Während in ihren ältesten Fundstätten keine Keramik zu finden ist, kam diese später hinzu. Vermutet wird, dass die entsprechenden Kenntnisse zur Herstellung von Tonwaren mit den Frauen aus den neolithischen Dörfern in die schnurkeramische Kultur kamen. Die schnurkeramische Kultur verband insofern Fertigkeiten der Nomaden mit denjenigen der neolithischen Bauern. Sprachlich wird die Kultur der Schnurkeramiker mit dem Aufkommen <a href="Indogermanische_Sprachen" title="Indogermanische Sprachen">indoeuropäischer Sprachen</a> in Verbindung gesetzt, Bezeichnungen für landwirtschaftliche Vorgänge kamen anscheinend aus älteren, neolithischen Gruppen und wurden übernommen, was als Hinweis für eine kulturelle Integration unterschiedlicher Lebensweisen gewertet wird. Ursprünglich nichtbäuerliche Gemeinschaften übernahmen die Ausdrücke ihrer Vorgänger auf jenem Gebiet, auf dem ihre eigenen Vorkenntnisse geringer waren. Begräbnissitten verdeutlichen, dass die Schnurkeramiker in Familiengräbern beigesetzt wurden, – anders als ihre neolithischen Vorgänger, die offenbar in größeren Gemeinschaften wie Clans gelebt und ihr Verständnis von Besitz und Eigentum kollektiv ausgerichtet hatten.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Angehörigen der Trichterbecherkultur sprachen vermutlich keine indoeuropäische Sprache, sondern mit dem Eintreffen der Steppennomaden gingen agrarische Bezeichnungen aus ihrer Sprache in die der vormaligen Nomaden über<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Am geringsten ist der genetische Anteil der Steppenpopulationen in Südeuropa, insbesondere in Spanien haben sich hinter der Pyrenäengrenze ältere genetische Muster gehalten, Völker wie <a href="Sarden" title="Sarden">Sarden</a> oder <a href="Basken" title="Basken">Basken</a> weisen unter Europäern am wenigsten die Gene dieser Einwanderer auf<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Sardinien ist „einzigartig“, da sich dort eine Population neolithischer Einwanderer aus Anatolien genetisch fast unverändert gehalten hat<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Generell lässt sich eine grobe Unterscheidung treffen: in Südeuropa (Südfrankreich, Spanien, Italien und auf dem südlichen Balkan) überwiegen die Gene der neolithischen Ackerbauern, nach Norden jedoch die der Steppennomaden.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dennoch war auch Spanien von der Einwanderungswelle umfasst und eine Studie unter Inigo Olalde und <a href="David_Reich" title="David Reich">David Reich</a> kam zum Ergebnis, dass 40&nbsp;% der örtlichen Gene auf Einwanderer mit steppennomadischen Vorfahren zurückgehen (im Süden des Landes war der Einfluss am geringsten). Auffallend eindeutig jedoch ist die Geschlechtsverteilung: Die männlichen <a href="Y-Chromosom" title="Y-Chromosom">Y-Chromosomen</a> der vorgefundenen neolithischen Bauern wurden so gut wie vollständig ersetzt, was bedeutet, dass Frauen aus ihren Gruppen fortan ausschließlich (!) mit den einwandernden Männern Kinder hatten. David Reich hält es für ausgeschlossen, dass das friedlich abgelaufen sein kann.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Seit 5900/5800 v.&nbsp;Chr., wurden die Küsten des <i>westlichen Mittelmeers</i> von Bauern besiedelt. Von hier aus erreichten bestimmte Kulturpflanzen und -merkmale auch die Gebiete nördlich der Alpen.
</p><p>In der nordeuropäischen Tiefebene, in Skandinavien und auf den Britischen Inseln begann sich die Neolithisierung erst nach 4500 v.&nbsp;Chr. durchzusetzen; ihr Höhepunkt um 1300 v.&nbsp;Chr. wurde mit der letzten und beeindruckendsten der ungefähr sieben Bauversionen des Megalithmonuments von <a href="Stonehenge" title="Stonehenge">Stonehenge</a> erreicht (wahrscheinlich durch Gruppen, die Viehhaltung, Jagd- und Sammelwirtschaft betrieben). Unter Umständen entwickelte diese Kultur während dieser Zeit eigenständig die Herstellung von Bronze (s. die naheliegende Zinnmine Cornwalls), trug insofern also ggf. selbst zum Ausklang des Neolithikums in Europa bei.
</p><p>Die einwandernden Träger der Gene der Jamnaja-Kultur ersetzten die Erbauer von Stonehenge, nutzten die Bauten aber weiterhin. Ihr Anteil an der britischen Bevölkerung ist sogar besonders stark: während in Deutschland etwa 70&nbsp;% der „genetischen Struktur“ durch Steppengene verändert wurden, waren es auf den britischen Inseln über 90&nbsp;%.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Glockenbecherkultur_–_Genetisch_diverse_Populationen"><span id="Glockenbecherkultur_.E2.80.93_Genetisch_diverse_Populationen"></span>Glockenbecherkultur – Genetisch diverse Populationen</h3></div>
<p>Während bei den Schnurkeramikern die Kultur eng mit identifizierbaren Genen der einwandernden Steppennomaden und damit mit untereinander verwandten Populationen verbunden ist, gilt dies für die <a href="Glockenbecherkultur" title="Glockenbecherkultur">Glockenbecherkultur</a> erstaunlicherweise nicht: Diese breitete sich sowohl auf den von Steppengenen geprägten britischen Inseln aus (bzw. war dort – aber nicht unbedingt anderswo – der Träger der Einwanderung von Steppengenen<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>), wie auch im von den älteren, anatolischen Neolithikern besiedelten und von den Steppengenen weniger berührten Spanien,- ein Hinweis, dass Kultur nicht allein innerhalb von Populationen verbreitet wurde, sondern auch durch Lernprozesse zwischen Populationen.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Angehörige der Glockenbecherkultur waren insofern miteinander nicht unbedingt eng genetisch verwandt, sondern es gab beträchtliche regionale Unterschiede.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für die Erklärung der Ausbreitung der Glockenbecherkultur müssen also Migration und die Wanderung von Ideen gleichermaßen herangezogen werden.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Früher_Ackerbau_im_Alpenvorland?"><span id="Fr.C3.BCher_Ackerbau_im_Alpenvorland.3F"></span>Früher Ackerbau im Alpenvorland?</h3></div>
<p>Wie frühe Ackerbauspuren im <a href="Schweizer_Mittelland" class="mw-redirect" title="Schweizer Mittelland">Schweizer Mittelland</a> zu bewerten sind, die bereits auf ca. 6900 v.&nbsp;Chr. datiert werden, ist für nicht wenige Archäologen rätselhaft, da die sicher fassbaren neolithischen Kulturen damals noch auf den Orient und das östliche Mittelmeer beschränkt waren. Verschiedene botanische und <a href="Palynologie" title="Palynologie">pollenanalytische</a> Untersuchungen zeigen, dass die Menschen im nördlichen Alpenvorland schon vor der Bandkeramik Wälder rodeten und Pflanzen anbauten. Das bedeutet, dass bereits ca. 1500 Jahre vor der Durchsetzung des Ackerbaus in Mitteleuropa, aber auch 1000 Jahre vor dem Beginn der südfranzösischen <a href="Cardial-_oder_Impressokultur" title="Cardial- oder Impressokultur">Cardial- oder Impressokultur</a>, zumindest Grundprinzipien des Pflanzenanbaus in Mitteleuropa bekannt waren. Wie und auf welchen Wegen diese Kenntnisse und Pflanzensamen vom Nahen Osten in das Gebiet nördlich der Alpen gelangten, ist unbekannt.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Neolithische_Besiedlung_Nordafrikas_von_Europa_aus">Neolithische Besiedlung Nordafrikas von Europa aus</h2></div>
<p>Archäologische Belege deuten darauf, dass der Übergang vom Jagen und Sammeln zur Landwirtschaft im Nordwesten Afrikas vor etwa 7.400 Jahren stattfand. Die Landwirtschaft wurde durch neolithische Einwanderer aus Europa (Spanien) eingeführt. Als Forscher Genome menschlicher Überreste, die in Marokko und im Nordwesten Afrikas geborgen wurden, analysierten, stellten sie fest, dass die lokale Jäger- und Sammlerpopulation seit mindestens 8.000 Jahren isoliert war. Die Forscher entdeckten eine genetische Abstammung im Zusammenhang mit europäischen Bauern, die auf etwa 5500 v.&nbsp;Chr. datiert wird. Die beiden Gruppen lebten mindestens ein Jahrtausend Seite an Seite. 4300 v.&nbsp;Chr. kamen dann Nomaden aus der <a href="Levante" title="Levante">Levante</a> in die Region.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Pablo Arias: <i>The origins of the Neolithic along the Atlantic coast of continental Europe: a survey</i> In: <i>Journal of World Prehistory</i>. Band 13, Nr. 4, 1999, S. 403–464 <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.jstor.org/stable/pdf/25801150.pdf?refreqid=excelsior%3A36ee562a56608d88dc816a610eb1569d">(PDF)</a>.</li>
<li>Detlef Gronenborn, Jörg Petrasch (Hrsg.): <i>Die Neolithisierung Mitteleuropas</i>. Verlag Schnell + Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2424-4.</li>
<li><a href="Eszter_B%C3%A1nffy" title="Eszter Bánffy">Eszter Bánffy</a>: <i>The 6th Millennium BC boundary in western Transdanubia and its role in the Central European Neolithic transition (the Szentgyörgyvölgy-Pityerdomb settlement).</i> Varia Arch. Hungarica. Band 15. Budapest 2004, ISBN 963-7391-85-1.</li>
<li>Marion Benz: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.exoriente.org/docs/00085.pdf"><i>Die Neolithisierung im Vorderen Orient</i>.</a> Ex oriente, Berlin 2000, ISBN 3-9804241-6-2.</li>
<li>Detlef Gronenborn: <i>Überlegungen zur Ausbreitung der bäuerlichen Wirtschaft in Mitteleuropa – Versuch einer kulturhistorischen Interpretation ältestbandkeramischer Silexinventare.</i> In: <i>Praehistorische Zeitschrift 69.</i> Berlin 1994, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220079-4848%22&amp;key=cql">0079-4848</a></span></span>, S. 135–151.</li>
<li><a href="Ian_Hodder" title="Ian Hodder">Ian Hodder</a>: <i>The Domestication of Europe.</i> Blackwell, Oxford 1990, ISBN 0-631-17769-8.</li>
<li><a href="Silviane_Scharl" title="Silviane Scharl">Silviane Scharl</a>: <i>Die Neolithisierung Europas. Ausgewählte Modelle und Hypothesen</i>. Marie Leidorf, Rahden Westf 2004, ISBN 3-89646-072-2.</li>
<li><a href="Wolf-Dieter_Steinmetz" title="Wolf-Dieter Steinmetz">Wolf-Dieter Steinmetz</a>: <i>Die Bedeutung Südosteuropas für die Neolithisierung in Mitteleuropa</i> In: Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte Bd. 52/1983 Lax Hildesheim</li>
<li>Andreas Tillmann: <i>Kontinuität oder Diskontinuität? Zur Frage einer bandkeramischen Landnahme im südlichen Mitteleuropa.</i> In: <i>Archäologische Informationen 16.</i> Bonn 1993, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220341-2873%22&amp;key=cql">0341-2873</a></span></span>, S. 157–187.</li>
<li>Brigitte Volkhausen: <i>Ethnographische Parallelen und Vergleiche zum Prozess der Neolithisierung</i>. P. Lang, Frankfurt/M. 1994, ISBN 3-631-47112-2.</li>
<li><span class="cite"><a href="Hans-Peter_Uerpmann" title="Hans-Peter Uerpmann">Hans-Peter Uerpmann</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110919034530/http://www.urgeschichte.uni-tuebingen.de/fileadmin/downloads/GfU/2007/055-074_GFU_Mitteilung16_mail.pdf"><i>Von Wildbeutern zu Ackerbauern – Die Neolithische Revolution der menschlichen Subsistenz.</i></a> (PDF; 1,3&nbsp;MB) In: <i>Mitteilungen der Gesellschaft für Urgeschichte 16.</i> 2007, <span style="white-space:nowrap;">S. 55–74</span>, archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.urgeschichte.uni-tuebingen.de%2Ffileadmin%2Fdownloads%2FGfU%2F2007%2F055-074_GFU_Mitteilung16_mail.pdf">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">19.&nbsp;September 2011</span><span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 14.&nbsp;Januar 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ANeolithisierung+Europas&amp;rft.title=Von+Wildbeutern+zu+Ackerbauern+%E2%80%93+Die+Neolithische+Revolution+der+menschlichen+Subsistenz&amp;rft.description=Von+Wildbeutern+zu+Ackerbauern+%E2%80%93+Die+Neolithische+Revolution+der+menschlichen+Subsistenz&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20110919034530%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.urgeschichte.uni-tuebingen.de%2Ffileadmin%2Fdownloads%2FGfU%2F2007%2F055-074_GFU_Mitteilung16_mail.pdf&amp;rft.creator=%5B%5BHans-Peter+Uerpmann%5D%5D&amp;rft.date=2007&amp;rft.source=http://www.urgeschichte.uni-tuebingen.de/fileadmin/downloads/GfU/2007/055-074_GFU_Mitteilung16_mail.pdf">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><span class="cite">Stefanie Jacomet: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://duw.unibas.ch/fileadmin/user_upload/duw/IPNA/PDF_s/PDF_s_in_use/2011_PflanzenDomestikationSkript_komplettinklLit_kompr.pdf"><i>Domestikationsgeschichte: Domestikation von Pflanzen und Tieren.</i></a> (PDF; 8,2&nbsp;MB) Universität Basel, 25.&nbsp;Mai 2011<span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 14.&nbsp;Januar 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ANeolithisierung+Europas&amp;rft.title=Domestikationsgeschichte%3A+Domestikation+von+Pflanzen+und+Tieren&amp;rft.description=Domestikationsgeschichte%3A+Domestikation+von+Pflanzen+und+Tieren&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fduw.unibas.ch%2Ffileadmin%2Fuser_upload%2Fduw%2FIPNA%2FPDF_s%2FPDF_s_in_use%2F2011_PflanzenDomestikationSkript_komplettinklLit_kompr.pdf&amp;rft.creator=Stefanie+Jacomet&amp;rft.publisher=Universit%C3%A4t+Basel&amp;rft.date=2011-05-25">&nbsp;</span></li>
<li><span class="cite">Lasse Sørensen, <a href="Sabine_Karg" title="Sabine Karg">Sabine Karg</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.researchgate.net/publication/236874462_'The_expansion_of_agrarian_societies_towards_the_North_-_New_evidence_for_agriculture_during_the_MesolithicNeolithic_transition_in_Southern_Scandinavia"><i>The expansion of agrarian societies towards the north – new evidence for agriculture during the Mesolithic/Neolithic transition in Southern Scandinavia.</i></a> In: <i>Journal of Archaeological Science 51.</i> Januar 2012, <span style="white-space:nowrap;">S. 98–114</span><span style="display:none">;</span><span class="Abrufdatum" style="display:none"> abgerufen am 14.&nbsp;Januar 2020</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ANeolithisierung+Europas&amp;rft.title=The+expansion+of+agrarian+societies+towards+the+north+%E2%80%93+new+evidence+for+agriculture+during+the+Mesolithic%2FNeolithic+transition+in+Southern+Scandinavia&amp;rft.description=The+expansion+of+agrarian+societies+towards+the+north+%E2%80%93+new+evidence+for+agriculture+during+the+Mesolithic%2FNeolithic+transition+in+Southern+Scandinavia&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.researchgate.net%2Fpublication%2F236874462_%27The_expansion_of_agrarian_societies_towards_the_North_-_New_evidence_for_agriculture_during_the_MesolithicNeolithic_transition_in_Southern_Scandinavia&amp;rft.creator=Lasse+S%C3%B8rensen%2C+%5B%5BSabine+Karg%5D%5D&amp;rft.date=2012-01&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archaeology.org/news?page=6">- Genetic Study Suggests Migrants Brought Farming to North Africa</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</li>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Sarah B. McClure, Clayton Magill, Emil Podrug, Andrew M. T. Moore, Thomas K. Harper, Brendan J. Culleton, Douglas J. Kennett, Katherine H. Freeman: <cite style="font-style:italic">Fatty acid specific δ13C values reveal earliest Mediterranean cheese production 7,200 years ago</cite>. In: <cite style="font-style:italic">PLOS ONE</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>13</span>, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>9</span>, 5.&nbsp;September 2018, <a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a>&nbsp;<span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221932-6203%22&amp;key=cql">1932-6203</a></span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0202807">10.1371/journal.pone.0202807</a></span>, <a class="external mw-magiclink-pmid" rel="nofollow" href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30183735?dopt=Abstract">PMID 30183735</a> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0202807">plos.org</a> [abgerufen am 18.&nbsp;Januar 2025]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Neolithisierung+Europas&amp;rft.atitle=Fatty+acid+specific+%CE%B413C+values+reveal+earliest+Mediterranean+cheese+production+7%2C200+years+ago&amp;rft.au=Sarah+B.+McClure%2C+Clayton+Magill%2C+Emil+Podrug%2C+...&amp;rft.date=2018-09-05&amp;rft.doi=10.1371%2Fjournal.pone.0202807&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issn=1932-6203&amp;rft.issue=9&amp;rft.jtitle=PLOS+ONE&amp;rft.pmid=30183735&amp;rft.volume=13" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Jens Lüning: <i>Frühe Bauern in Mitteleuropa im 6. und 5. Jahrtausend v. Chr.</i> In: <i>Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz.</i> 35. Jahrgang, 1988, S. 28</span>
</li>
<li id="cite_note-ÖAW-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-ÖAW_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-ÖAW_5-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="%C3%96sterreichische_Akademie_der_Wissenschaften" title="Österreichische Akademie der Wissenschaften">Österreichische Akademie der Wissenschaften</a>: <i>Auf den Spuren der Sesshaftwerdung des Menschen.</i> Online Lecture zu einem Vortrag von <a href="Barbara_Horejs" title="Barbara Horejs">Barbara Horejs</a> vom 8. März 2021, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.oeaw.ac.at/news/auf-den-spuren-der-sesshaftwerdung-des-menschen">online</a> abgerufen am 23. August 2024.</span>
</li>
<li id="cite_note-Diezemann-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Diezemann_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Diezemann_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Diezemann_6-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Diezemann_6-3">d</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Diezemann_6-4">e</a></sup></span> <span class="reference-text">Nina Diezemann: <i>Auf der Balkanroute des Neolithikums: Wolfram Schier über die Verbreitung von Ackerbau und Viehzucht.</i> Artikel vom 26. Mai 2016 in migration.hypotheses.org. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://migration.hypotheses.org/287">online</a> abgerufen am 23. August 2024.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hans-J%C3%BCrgen_Beier" title="Hans-Jürgen Beier">Hans Jürgen Beier</a>: „Wandern oder nicht Wandern – das ist hier die Frage“ Einige theoretische Überlegungen zur Möglichkeit des Nachweises eines archäologischen Wunschtraumes, in: AG Neolithikum: <i>Mobilität und Migration im europäischen Neolithikum.</i> 78. Jahrestagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung e. V. vom 8.–9. Juni 2006 in Xanten, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.dirk-schimmelpfennig.de/ag_neo/pdf/AG-Neo_2006_Xanten.pdf">PDF</a> abgerufen am 23. August 2024, S. 1–2.</span>
</li>
<li id="cite_note-Anfänge-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Anfänge_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Anfänge_8-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="David_Graeber" title="David Graeber">David Graeber</a>, <a href="David_Wengrow" title="David Wengrow">David Wengrow</a>: <i>Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit.</i> Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm, Henning Dedekind und Andreas Thomsen, 4. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S.&nbsp;285–287.</span>
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